Impfapell der Landessynode: Impfen ist ein Ausdruck aktiver christlicher Nächstenliebe

Die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck hat am Mittwoch, 24.  November 2021 während ihrer digitalen Herbsttagung einen Appell zur Corona-Schutzimpfung mit folgendem Wortlaut verabschiedet:  

Impfung ist ein Ausdruck aktiver christlicher Nächstenliebe. 

 

Am Übergang zum Winter entwickelt sich die Pandemie in unserem Land mit einer besorgniserregenden Dynamik. Inzidenz, Hospitalisierungsrate und die Zahl der Todesfälle sind trotz aller bisherigen Maßnahmen auf hohem Niveau.  Weithin besteht Sorge angesichts der zu erwartenden Entwicklung der kommenden Wochen. Deshalb sind Maßnahmen geboten, welche die Impfquote in der Bevölkerung deutlich er­höhen.  In einer Pandemie betrifft die Entscheidung jedes Einzelnen das Wohl aller.  

Mit diesem Appell wendet sich die Landessynode der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck an die Menschen in der Region: 

Wir wenden uns dankbar an diejenigen, die sich bereits haben impfen lassen – „Sie haben für sich selbst und für andere eine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen.“ 

 

Wir wenden uns hoffnungsvoll an diejenigen, die trotz Bedenken nun eine Impfung erwägen – „Sie werden sich selbst und andere damit schützen, so gut es möglich ist. Nach 120 Millionen allein in Deutschland verabreichten Dosen verfügt die Medizin über alle notwendigen Erfahrungen, um über die sicheren Impfstoffe aufzuklären. Im Aufklärungs-gespräch wird auf Ihre Bedenken eingegangen und geklärt, ob eine Impfung für Ihre medizinische Situation angezeigt ist."  

 

Wir wenden uns an diejenigen, die bis jetzt dem weit überwiegenden Konsens der Wissenschaft widersprechen oder gar aktiv unwahre Inhalte über die Pandemie verbreiten - „Die Meinungsfreiheit schützt Ihre abweichende Haltung, aber alle Meinungen müssen sich vernunftbezogen prüfen lassen. Das rechtlich Erlaubte ist nicht identisch mit dem, was in dieser Situation aus Verantwortung geboten ist. Freiheit ist nicht nur die Freiheit der Lauten, sondern insbesondere die Freiheit der Schwachen.“  

 

Wir wenden uns auch an die politisch Verantwortlichen in unserem Land – "Aufgrund der Erfahrungen der letzten Zeit bitten wir Sie, die Möglichkeit einer Impfpflicht jetzt ernsthaft zu prüfen. Gleichzeitig gilt auch: Die Pandemie ist eine weltweite Herausforderung, daher muss der Zugang zu Impfstoffen weltweit sichergestellt werden.“

 

Wir wenden uns dankbar und erwartungsvoll an die Mitarbeitenden und Engagierten in Kirchengemeinden und kirchlichen Handlungsfeldern – „Bitte unterstützen Sie mit Ihrem Handeln, Ihrer Kreativität und Ihren Ressourcen alle Ansätze, die Impfungen fördern.“